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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 6.Spieltag
[Samstag, 22.09.2007 – 15.30 Uhr] Hamburger SV – 1.FC Nürnberg 1:0 (0:0)

1:0 (53.) Rafael van der Vaart

Spätestens seit der 0:1- Niederlage in Hamburg am Samstag kann man nun getrost von einem Fehlstart der Clubberer in die Bundesliga-Saison 2007/ 2008 sprechen. Mit gerade mal fünf Punkten rangieren die Rot-Schwarzen auf Rang sechszehn der Tabelle und damit auf einem Abstiegsplatz. Die Pleite in Hamburg bedeutete dabei bereits die dritte Niederlage in dieser Saison. Ein Wert, der in der letzten Spielzeit am 23. Spieltag mit dem 1:2 in Mainz erreicht wurde.
Ein Hauptgrund für die Fehlstart-Misere ist sicherlich die mangelnde Treffsicherheit der Männer von Hans Meyer. Fünf Tore auf der Habenseite – nur Cottbus hat weniger. Dabei zeigten die Franken auch in Hamburg gleich, wo es lang gehen sollte. Es waren keine sechs Minuten gespielt als Javier Pinola Angelos Charisteas auf halblinker Position steil schickte. Der EM-Held verzog seinen Schuss jedoch und der Ball landete am Außennetz der Hamburger.
Nur drei Minuten zeigten auch die Rothosen, dass sie nur wenig Respekt vor ihrem Gast hatten. Ivica Olic setzte seinen Kopfball aus kurzer Distanz jedoch knapp neben das Gehäuse von Jaromir Blazek. In der Folge entwickelte sich ein Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten – jedoch ohne wirklich hochkarätige Chancen. Der Club stand tief in der Deckung und hoffte auf Konter, während die Männer um Rafael van der Vaart in der ersten Halbzeit nur selten ein Mittel fanden, die endlich wieder gut gestaffelte Clubabwehr in Schwierigkeiten zu bringen. Paolo Guerrero vergab kurz vor der Pause mit einem Schuss aus sieben Metern die beste Chance der Gastgeber.
In der 40. Minute dann sorgenvolle Gesichter im Nürnberger Fanblock. Trainer Hans Meyer wechselte Marek Mintal aus – und jeder weiß doch, dass man den Marek nicht vom Feld nimmt, wenn er nicht verletzt ist. Schon kurz nach dem Abpfiff verbreitete sich jedoch die gute Kunde, dass es wohl halb so schlimm sei bei Mintal und er gegen Leverkusen schon wieder auflaufen will.
Torlos ging es dann in die Halbzeitpause und während das Spiel in den ersten Minuten der zweiten Hälfte ein wenig dahin plätscherte, fand Olic in der 53. Minute fast ein wenig überraschend die Lücke im Nürnberger Abwehrbund. Van der Vaart konnte der Flanke seines Mannschaftskollegen nicht mehr ausweichen und stolperte den Ball ins Nürnberger Tor.
Ähnlich wie gegen Hannover bliesen die Rot-Schwarzen nun zur Aufholjagd. Der eingewechselte Nicky Adler (62.), Zvjezdan Misimovic (65.) und Jan Kristiansen (68.) scheiterten jedoch entweder an den eigenen Nerven oder an HSV-Keeper Frank Rost. In der 82. Minute dann noch einmal eine Großchance für die Hamburger. Nigel de Jong lief allein auf Jaromir Blazek zu, doch der Tscheche zeigt inzwischen regelmäßig, was für ein guter Mann er ist. So blieb es schließlich beim 0:1. Eine unnötige Niederlage, die jedoch die Hoffnung auf bessere Tage nicht zerstören konnte.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Die besten aller Fans

Die Hoffnung stirbt zuletzt und wer unseren Club schon jetzt in Abstiegsnot sieht, hat entweder keine Ahnung oder kennt sich nicht aus. Denn der gute Herr Meyer hat es am Samstag nach dem Spiel in Hamburg mal wieder trefflich auf den Punkt gebracht: „Hertha BSC ist Tabellenführer, aber noch nicht Meister, Cottbus ist Schlusslicht, aber noch nicht abgestiegen, und auch wir kommen noch da unten raus.“ Trotzdem ist das Nachdenken und Grübeln natürlich erlaubt – wie konnte es so weit kommen? Wie kann es sein, dass man als Pokalsieger nach sechs Spielen gerade mal mit fünf Punkten da steht?
Ok, am ersten Spieltag haben wir geschlafen. Wir sind Pokalsieger, die Anderen sind Aufsteiger – was soll uns schon passieren? Ätsch – mächtig in die Hose gegangen. Gegen Rostock war es doch zumindest eine Halbzeit lang richtig gut. Und selbst als wir angefangen haben zu schwimmen, blieb doch der Überblick und die leise Erinnerung, dass man ein solches Spiel in der letzten Saison auch gerne mal unentschieden gespielt hätte.
Dann kamen die Bremer und haben das gemacht, worüber wir auch in der letzten Saison schon geschimpft haben: Sie haben schlecht gespielt und trotzdem alle Punkte mitgenommen. Also hätten wir in Cottbus das Punktekonto wieder ausgleichen müssen, doch da spielte ein gewisser Herr Kircher nicht mit. Statt 2:0 hieß es am Ende 1:1 – und was der Hanke dann für Hannover 96 abgezogen hat, war sowieso eine Frechheit; aus einer halben Chance macht der zwei Tore. Doch immerhin haben wir ja Moral bewiesen und die dritte Heimpleite praktisch punktgenau verhindert.
Naja und in Hamburg haben wir doch noch nie viel geholt und letztlich auch nicht mehr Gegentore kassiert als die Bauern…..
Und natürlich könnte man sich sicherlich auch den Rest der Saison noch in ähnlicher Art schön reden. Aber ich für meinen Teil möchte viel lieber schöne Spiele und schöne Tore vom Club sehen, will mich wieder über Siege freuen und montags mit drei Punkten im Rücken ins Büro gehen. Und auch wenn das im Unterton jetzt vielleicht so klingen mag – ich zweifle nicht daran, dass diese Zeiten auch wieder kommen werden. Gut Ding will Weile haben und manchmal hart erarbeitet sein. Und genau deshalb stehe ich auch weiterhin bei jeder erdenklichen Möglichkeit im Block und brülle mein:“FCN, FCN, FCN!“
Und bei allem Respekt, liebe Ultras und meine tiefe Verneigung für all die geilen Choreos der letzten Spiele – aber was ihr am Samstag in Hamburg abgeliefert habt, war – zumindest in den letzten Minuten – ein ganz schwaches Bild. Wie gesagt: Mein Respekt vor Euren Choreos, mein Respekt vor Eurer Einstellung und ich ziehe den Hut vor Leuten, die ihr Leben in dieser Art und Weise dem Fußball verschreiben. Aber wenn der Club 0:1 hinten liegt und sich mühsam in Richtung HSV-Tor schleppt, weil er erst zwei Tage vorher ein schweres Spiel hatte, dann braucht es als Anfeuerug eben mehr als einen sich ebenso schleppenden Oh-Oh-Oh-Gesang, der nur drei Meter außerhalb des Blocks schon nicht mehr zu hören ist.
Und liebe Ultras – wenn Euch schon nichts mehr einfällt, dann hört doch wenigstens ab und zu mal auf den Rest des Blockes. Da sind nämlich noch mehr Club-Fans und manche von denen haben auch durchaus Ahnung von Fußball und vielleicht sogar ein Gespür dafür, was unsere Leute da unten auf dem Rasen gerade benötigen. Und ich rede hier nicht von den Erfolgsfans, die sich Einen runterholen, weil sie im Ligapokal endlich mal in die Nordkurve dürfen. Denkt mal drüber nach – letztlich sind wir doch alle Clubberer!