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UEFA-Pokal 2007/2008, 1. Hauptrunde (Hinspiel)
[Donnerstag, 20.09.2007 – 20.45 Uhr] 1.FC Nürnberg – Rapid Bukarest 0:0 (0:0)

Torlose Unentschieden – also eine Nullnummer wie am Donnerstag – haben meist einen faden Beigeschmack und lassen nicht selten auf einen unattraktiven Grottenkick schließen. Nicht so jenes 0:0, welches der Club beim ersten europäischen Auftritt seit 19 Jahren ins heimische Max-Morlock-Stadion hingelegt hat. Mit dem bisher besten Spiel dieser Saison haben sich die Männer von Trainer Hans Meyer für das Rückspiel in zwei Wochen in Bukarest alle Chancen offen gehalten. Vor allem die im Europapokal so eminent wichtige Null bei den Gegentoren wurde gehalten – und das sogar größtenteils recht souverän.
Das erste Ausrufezeichen des Herbstabends auf Europabühne wurde indes schon vor dem Anpfiff gesetzt – von den Fans. Eine gewaltige Choreographie in der Nordkurve ließ selbst ZDF-Reporter Thomas Wark ins Schwärmen geraten – und der Mann hat beileibe schon das ein oder andere Stadion dieser Welt gesehen. Derart angespornt betraten einige Spieler mit einem Lächeln auf dem Gesicht das Spielfeld und legten nach dem Anpfiff ähnlich los wie beim DFB-Pokal-Halbfinale im April gegen Frankfurt. Die Rot-Schwarzen setzten Rapid von Anfang an unter Druck und erspielten sich dementsprechend früh im Spiel schon erste Großchancen. In der 9. Minute setzte sich Peer Kluge auf der rechten Seite durch und flankte in die Mitte, wo Angelos Charisteas links am Tor vorbeiköpfte. Zwei Minuten später versuchte es Marek Mintal aus dem Hinterhalt. Sein gut platzierter Schuss verfehlte das Rapid-Tor nur um einen knappen Meter. Weitere Chancen folgten, doch als der Club nach einer knappen halben Stunde ein wenig das Tempo aus der Partie nahm, kamen auch die Rumänen zu der ein oder anderen Chance. Erst kurz vor der Pause setzten die Clubberer noch einmal nach und kamen durch Mintal, Kluge und Reinhardt noch zu Chancen im Minutentakt.
Kurz nach der Pause hieß es für alle Clubberer kollektiv Luft anhalten ! Bukarests Rechtsverteidiger Ionut Sapunaru war nach einem Eckball im Strafraum völlig freistehend zum Kopfball hochgestiegen, traf jedoch aus acht Metern Entfernung direkt in Jaromir Blazeks Arme. Nach einer Stunde trumpfte der Club dann fast brasilianisch auf. Fast traumwandlerisch lief der Ball durch die eigenen Reihen, ehe Jan Kristiansen den Abschluss knapp versiebte. Weitere Chancen erarbeiteten sich die vorbildlich kämpfenden Clubberer fast im Minutentakt.
Charisteas (63.), Misimovic (77.), der eingewechselte Kennedy (79.) und noch einmal Charisteas (84.) sorgten jedoch für allgemeines Haareraufen unter den Anhängern. Pech für den Club, dass der ansonsten sehr sicher agierende Schiedsrichter Robert Malek aus Polen in der 87. Minute nicht gesehen hat, wie Marco Engelhardt im Strafraum von seinem Gegenspieler umgerissen wurde. So blieb es letztlich bei einem vom Spielverlauf sicherlich nicht ganz zufriedenstellendem 0:0. Ein torloses Untentschieden der besseren Art, welches fürs Rückspiel in 14 Tagen alle Chancen offen hält.